Der Schriftsteller und Pfarrer Kaj Munk | Vedersø Klit

Der freigiebige Schriftsteller und Pfarrer Kaj Munk

Vedersø und Kaj Munk sind zwei Namen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Hier folgt die Geschichte über das Leben des landesweit bekannten Pfarrers und Schriftstellers in der Gegend um Vedersø.

Kaj Munk war ein landesweit bekannter dänischer Pfarrer und Schriftsteller, der den größten Teil seines Lebens in der Gemeinde Vedersø wohnte. Außer Pfarrer war Kaj Munk auch ein kontroverser  Gesellschaftskritiker und Dramatiker. Ein großer Teil seiner Werke wurde im Königlich Dänischen Theater aufgeführt und er ist immer noch der Dramatiker, der im Norden regelmäßig aufgeführt wird.

Theologe der Kopenhagener Universität

Kaj Munk wurde 1898 in Maribo geboren und 1944 von der Gestapo ermordet. Als Kind verlor er seine Eltern und wurde als Fünfjähriger von der Cousine seiner Mutter adoptiert. Seine Adoptiveltern, Marie und Peter Munk, erkannten Kaj Munks Talent frühzeitig. Deshalb forderten sie ihn dazu auf, Theologie an der Universität in Kopenhagen zu studieren. Als er mit dem Studium fertig war, erhielt er 1924 Arbeit als Pfarrer in der Gemeinde Vedersø. Er wohnte bis zu seinem Tode 1944 im Pfarrhof in Vedersø, der bereits seit 1626 als Pfarrhof diente. In Verdersø schrieb Kaj Munk u. a. Bücher über das Leben in den Dünen, durch die er gern mit seinen lokalen Jagdkameraden spazierte.

Huldigung an Vedersø

Kaj Munk beschrieb und huldigte die Natur Westjütlands und die Regionalkultur in mehreren seiner Werke. Unter anderem in diesem Gedicht:

„Ein Teil Dänemarks, so schön, dass du dir keinen Begriff davon machst: Meer und Dünen, Seen und Fjorde, Flüsse und Heiden und fruchtbares Ackerland, altgläubige und gastfreundliche Menschen, strahlende Sonne über einsamen Weiten, Vogelzug und rauschende Winde, in langen dunklen Nächten Leichenzüge auf den Wegen, kopflose Pferde in der Luft und Geister in den Bergen der Meere. Wir besitzen hierdraußen den Himmel – und auch das Meer.“

Liebe zur Natur und den Menschen

Man erinnert sich hier in der Gegend an Kaj Munk als einen sehr freigiebigen Mann. Als sein guter Jagdfreund Johan Kjærgaard im Sterben lag, besuchte Kaj Munk ihn ein letztes Mal. Kaj Munk bewunderte Johan, der wusste, wie man sich in der Natur verhält. Kurz nach dem Begräbnis fand Johans Witwe zwei  Fünfhundertkronenscheine in einem Buch, das auf Johans Nachttisch lag. Damals waren 500 Kronen sehr viel Geld. Dies ist nur ein Zeugnis von Kaj Munks großer Freigiebigkeit und Liebe zu den Bewohnern in Vedersø.

Widerstandskämpfer und nationales Symbol

Kaj Munks unverhohlener Widerstand gegen die Besetzung Dänemarks durch die Nazis kommt in mehreren seiner Werke zum Ausdruck. Und die kontroversen Texte machten ihn zu einer Integrationsfigur im Widerstandskampf. Munks Widerstand kostete ihm 1944 das Leben, als ihn 5 Mitglieder der Gestapo auf dem Pfarrhof abholten und bei Silkeborg hinrichteten. Mit diesem Märtyrertod wurde Kaj Munk für die Nachwelt ein nationales Symbol für Freiheitskampf und Meinungsfreiheit.

Teilen Sie diese Seite