Das Dienstmädchen Anne Marie Seier | Erzählungen aus der Nordsee

Das Dienstmädchen auf dem Friedhof Ny Sogn

Die sterblichen Überreste des Dienstmädchens Anne Marie haben endlich ihre Ruhe gefunden, auf einem Friedhof in einem richtigen Grab - und mit einem Grabstein darauf.

Anne Marie starb 1733 im Wochenbett, nachdem sie heimlich ihr Neugeborenes umgebracht hatte. Anne Marie wurde auf dem Friedhof begraben.

Doch bei anschließenden Untersuchungen fand man Knochenreste von mehreren Babys die bei ihr versteckt waren. Nach den damaligen Gesetzen hätte sie geköpft und ihr Kopf zur Abschreckung auf eine Stange gesteckt werden müssen. Da sie aber bereits tot war, wählte man stattdessen ihre sterblichen Überreste auszugraben und außerhalb des Friedhofs zu begraben. Sie wurden unter einem Steinhaufen mit einem Kreuz darauf begraben.

1953 fand man ihre sterblichen Überreste bei Feldarbeiten und beschloss, dass sie zurück auf den Friedhof, in geweihte Erde, kommen sollten. Man platzierte sie aber auf einem Weg, so dass die Leute "auf sie treten konnten". 
Erst viel später wurde dies geändert. Sie liegt nun in einem richtigen Grab - neben dem Weg! Ein später Nachfahre von ihr hat einen Grabstein bezahlt.

Anne Marie war ein Opfer des "herrschaftlichen Rechts" und der Vater ihrer Kinder war sicher ihr "Dienstherr", der ihr nicht helfen wollte. Das macht diese Geschichte sehr tragisch und ungerecht, weil ein Dienstmädchen in dieser Zeit keinerlei Rechte hatte.

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Auf dem Friedhof in Skjern gibt es eine ganz besondere Grabstätte, deren Inschrift lautet:
Hier liegen die Gebeine von
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Ehem. Offizier Liverpool.